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12.2007
06.12.2007 Verletzt – Olympia rückt in die Ferne

[top] 06.12.2007 Verletzt – Olympia rückt in die Ferne
Hockey-Goldmädel Nadine Ernsting-Krienke will nach zweiter Knieoperation nur schmerzfrei laufen können

Von Thomas Fröhlich BRAUNSCHWEIG. Nadine Ernsting-Krienke hat Angst. Nach der zweiten Knieoperation in nur neun Monaten fürchtet die deutsche Hockey-Rekordnationalspielerin das unfreiwillige Karriereende.

"Ich hoffe, dass ich wieder fit werde, schmerzfrei Sport treiben und toben kann", sagt die 33-jährige Bundesligaspielerin von Eintracht Braunschweig. Dabei waren die Ziele vor wenigen Wochen noch ganz andere. In Peking wollte die schnelle Stürmerin an den Olympischen Spiele teilnehmen. Nach den Starts in Barcelona (Silbermedaille), Atlanta, Sydney und Athen (Goldmedaille) wollte Nadine Ernsting-Krienke als erste deutsche Hockeyspielerinnen in Peking ihre fünften Olympischen Spiele erleben. "Peking ist für mich zurzeit weit weg. Ich setze mich damit nicht unter Druck", sagt die 358-fache Nationalspielerin. Frühere Fehler will sie nicht wiederholen.

Nach einem Lehrgang der Nationalmannschaft im März plagten Nadine Ernsting-Krienke Beschwerden im rechten Knie. Am 3. April folgte die erste Operation. "Ich habe mich danach gut gefühlt, dachte, das sei alles ganz harmlos", erzählt sie. Das Aufbautraining lief nach Wunsch, und schon Mitte Mai feierte sie ihre Rückkehr in die Bundesliga.

Im Hinblick auf die Europameisterschaft im August sagte Nadine Ernsting-Krienke Bundestrainer Michael Behrmann für ein Vier-Länder-Turnier in Dublin zu. Dort passierte es. Im zweiten Spiel, am 15.Juni beim 1:0 gegen Südafrika, stürzte die Angreiferin, verletzte sich erneut am Knie und musste pausieren. Im Halbfinale zur deutschen Meisterschaft Anfang Juli lief sie schon wieder im Vereinstrikot auf. Die Folge: Das Knie schmerzte, schwoll erneut an. Die EM fand ohne Ernsting-Krienke statt.

Im Reha-Training schuftete die VW-Kauffrau anschließend viereinhalb Monate, ehe sie Anfang November beim Vorbereitungsturnier in Hannover ihre ersten Hallenspiele bestritt. Es folgten zwei Bundesliga-Kurzeinsätze. Und dann: Erneute Schmerzen im rechten Knie. Ernsting-Krienke konsultierte darauf hin auf Anraten des Bundestrainers einen Hamburger Spezialisten, der zur erneuten Operation riet. Die wurde in der vergangenen Woche in der Hansestadt vollzogen.

Mindestens sechs, möglicherweise auch neun Wochen darf Nadine Ernsting-Krienke das Knie nicht belasten. Im Krankenhaus bekam sie Besuch von Bundestrainer Behrmann. Der brachte ein Buchgeschenk mit: "Ich will nach Athen" von Christian Lusch. Der Schütze beschreibt darin seinen Weg zu den Spielen 2004 in Griechenland. Mit Mentaltraining und Emotions-Management hatte er seine Leistungen enorm verbessert und sich für Olympia qualifiziert, dort eine Silber-Medaille mit dem Gewehr gewonnen. Ein kleiner Mutmacher. "Mir ist nur wichtig, dass ich wieder Sport treiben kann", wiederholt Ernsting-Krienke. Von Peking spricht sie nicht in diesen Tagen.

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